Die Ökodesign- 
Richtlinie – für ein 
grünes Europa.

Wir haben die Antworten auf Ihre Fragen zur neuen Energieeffizienz-Verordnung


Die Ökodesign-Richtlinie – auch ErP-Richtlinie genannt, schreibt neue Mindestwirkungsgrade für Elektromotoren vor und reduziert die bisherigen Ausnahmen. Wenn Sie Maschinen mit Elektromotoren innerhalb Europas verkaufen, müssen diese ab dem 1. Juli 2021 die höheren Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen. Das bietet Ihnen die Chance, die Energiebilanz ihrer Maschine zu optimieren.

Wir sind vorbereitet, um Ihnen die Umsetzung so einfach wie möglich zu machen. Finden Sie heraus, ob Sie von der Energieeffizienz-Richtlinie betroffen sind und Handlungsbedarf besteht.

Oder haben Sie ganz konkrete Fragen zum Beispiel zu den Wirkungsgradklassen wie IE3?

Vielleicht möchten Sie auch jemanden an Ihrer Seite wissen, der Sie in jeder Phase der Umstellung unterstützt und mit Ihnen eine zukunftssichere und energieeffiziente Lösung erarbeitet.

Auf dieser Seite beantworten wir Ihre Fragen und unterstützen Sie bei der Identifizierung betroffener Elektromotoren. Dabei begleiten wir Sie bei einem schnellen und flexiblen Umstieg
auf eine zukunftssichere Lösung.

Bestens beraten – mit Lenze

Mit diesem Film verstehen Sie schnell, worum es bei der Ökodesign-Richtlinie geht und was diese Verordnung mit Ihnen zu tun hat. Außerdem erfahren Sie, wann Sie bezüglich der von Ihnen eingesetzten Elektromotoren aktiv werden sollten und wie wir Sie dabei unterstützen. Verschaffen Sie sich einen schnellen und kompakten Überblick.

Andere Länder, andere Energieeffizienz-Anforderungen: Ein Überblick

Sie exportieren Ihre Maschinen in Länder außerhalb der EU?

Auch dort gelten Anforderungen an den Einsatz von energieeffizienten Elektromotoren. Diese länderspezifischen Anforderungen haben wir übersichtlich für Sie aufbereitet.


Lenze Ökodesign Factsheets

Schnell gecheckt: So werden Sie zukunftssicher und energieeffizient

Mit unserer Checkliste können Sie Schritt für Schritt prüfen, welche der von Ihnen eingesetzten Elektromotoren in den Umfang der Ökodesign-Richtlinie fallen und welche konkreten Schritte zur Umstellung auf eine zukunftssichere Lösung anstehen.


FAQs: Antworten auf die häufigsten Fragen zur Ökodesign-Richtlinie

Was auch immer Sie zur Ökodesign-Richtlinie und ihrer Umsetzung wissen möchten – hier finden Sie die richtigen Antworten auf Ihre Fragen.

Was sollte ich allgemein zur Ökodesign-Richtlinie wissen?

Was ist die Ökodesign-Richtlinie?

Die Ökodesign-Richtlinie als gesetzliches Rahmengerüst der Europäischen Union (EU) verpflichtet Hersteller von energieverbrauchsrelevanten Geräten, die Energieeffizienz ihrer Produkte zu erhöhen und deren Umweltauswirkungen zu reduzieren. Das betrifft sowohl Konsumgüter wie Waschmaschinen als auch Industrieprodukte wie Elektromotoren. 

Die detaillierten Energieeffizienz-Anforderungen an bestimmte Produktkategorien werden von der EU in Durchführungsmaßnahmen beschrieben. In der Durchführungsverordnung (EG) 640/2009 werden konkrete Mindestwirkungsgrade für Elektromotoren vorgeschrieben. 

Wir sprechen an dieser Stelle vereinfachend von der Ökodesign-Richtlinie, auch wenn wir die für Elektromotoren relevante Durchführungsverordnung meinen.

Wann tritt die Ökodesign-Richtlinie in Kraft?

Seit 2011 müssen Elektromotoren bereits Anforderungen der Ökodesign-Richtlinie erfüllen. Nach Verschärfungen in 2015 und 2017 steigen nun die Anforderungen mit der neuen Durchführungsverordnung 2019/1781 zum 1. Juli 2021 noch einmal an.

Wo gilt die Ökodesign Richtlinie?

Die Ökodesign-Richtlinie ist als gesetzliches Rahmenwerk der EU in allen Mitgliedsstaaten gültig. Darüber hinaus gilt sie auch in den folgenden Ländern:

  • Norwegen
  • Island
  • Liechtenstein
  • Schweiz

Wie unterscheidet sich die Ökodesign-Richtlinie dabei von der Norm IEC 60034-30?

Die IEC-Norm teilt Elektromotoren je nach ihrem Wirkungsgrad in Klassen ein und kennzeichnet diese mithilfe sogenannter IE-Codes. Dadurch werden Elektromotoren in ihrer Effizienz international vergleichbar. Aktuell sind die folgenden vier Effizienzklassen definiert:

  • IE1 – Standard-Effizienz 
  • IE2 – Hohe Effizienz
  • IE3 – Premium Effizienz
  • IE4 – Super-Premium-Effizienz 

Die IEC-Norm schreibt aber keine Mindestwirkungsgrade vor. Diese werden von regionalen Gesetzen wie der Durchführungsverordnung zur Ökodesign-Richtlinie vorgegeben und können sich regionsabhängig unterscheiden.

Welche Anforderungen müssen zukünftig konkret erfüllt werden?

Neu in Verkehr gebrachte Elektromotoren müssen ab dem 1. Juli 2021 folgende Energieeffizienzklassen erfüllen: 

  • Nennausgangsleistung von 0,12 kW und weniger als 0,75 kW: IE2 
  • Nennausgangsleistung von mindestens 0,75 kW und höchstens 1 000 kW: IE3 

Zusätzlich müssen neu in Verkehr gebrachte Elektromotoren ab dem 1. Juli 2023 folgende Energieeffizienzklassen erfüllen: Nennausgangsleistung von mindestens 75 kW und höchstens 200 kW: IE4

Was heißt neu in Verkehr bringen?

Ab den genannten Stichtagen ist das neu in Verkehr bringen der Elektromotoren im Geltungsbereich verboten. Neu in Verkehr bringen ist das erstmalige Zur-Verfügung-stellen auf dem Markt des Europäischen Wirtschaftsraumes. Neu-Inverkehrbringer kann ein Hersteller oder Importeur sein. 

Produkte, die nicht im Europäischen Wirtschaftsraum verbleiben, sondern exportiert werden, gelten als Nicht-Inverkehr-gebracht. Diese Produkte dürfen daher auch weiterhin innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes verkauft, jedoch nicht mit einem CE-Logo gekennzeichnet werden. Der Verkäufer muss den Kunden darauf hinweisen, dass das Produkt nicht für den Betrieb im Europäischen Wirtschaftsraum geeignet ist.

Was passiert mit nicht-konformen Elektromotoren nach dem Stichtag?

Wenn die Elektromotoren vor dem Stichtag erstmalig im Europäischen Wirtschaftsraum in Verkehr gebracht wurden, zum Beispiel durch einen Import, dürfen sie auch nach dem Stichtag weiterverkauft oder in Betrieb genommen werden.

Wie müssen betroffene Elektromotoren gekennzeichnet werden?

Mit der CE-Erklärung und dem CE-Logo wird die Einhaltung der in der EU gültigen Normen und Gesetze – also auch das Einhalten der Ökodesign-Richtlinie – bestätigt. Außerdem erfordert die Ökodesign-Richtlinie unter anderem folgende Angaben auf dem Elektromotor:

  • Wirkungsgrad bei Volllast 
  • Effizienzklasse 
  • Produktionsjahr

Fallen die von mir eingesetzten Elektromotoren unter die Ökodesign-Richtlinie?

Welche Elektromotoren sind konkret betroffen?

Induktionsmotoren ohne Kohlebürsten, Kommutatoren, Schleifringe oder elektrische Rotoranschlüsse, die für den Betrieb bei einer sinusförmigen Spannung ausgelegt sind und

  • zwei, vier, sechs oder acht Pole aufweisen; 
  • eine Nennfrequenz von 50 Hz, 60 Hz oder 50/60 Hz haben; 
  • eine Nennspannung von mehr als 50 V und bis zu 1 000 V haben; 
  • eine Nennausgangsleistung von 0,12 kW bis einschließlich 1 000 kW aufweisen; 
  • für den Dauerbetrieb ausgelegt sind und direkt für den Betrieb am öffentlichen Stromnetz bestimmt sind.

Welche Ausnahmen lässt die Ökodesign-Richtlinie zu?

Elektromotoren, die nicht im Dauerbetrieb betrieben werden, sind von der Richtlinie ausgenommen. Das betrifft die Betriebsarten S3 und S6 mit weniger als 80% Einschaltdauer. Darüber hinaus sind unter anderem die folgenden Ausnahmen definiert:

  • Vollständig in ein Produkt – zum Beispiel eine Pumpe oder einen Ventilator – integrierte Elektromotoren. Wobei sich der Elektromotor gemeinsame Bauteile mit dem angetriebenen Gerät teilen muss und im Falle der Trennung nicht betriebsfähig sein darf.
  • Elektromotoren mit einer integrierten Drehzahlregelung, so genannte Kompaktantriebe, deren Energieeffizienz nicht unabhängig von der Drehzahlregelung geprüft werden kann.

Wie sind Ersatzteile von der Ökodesign-Richtlinie betroffen?

Nicht-konforme Elektromotoren dürfen bis zum 1. Juli 2029 als Ersatz für solche Motoren eingesetzt werden, die bis zum 1. Juli 2022 in eine Maschine integriert und in Verkehr gebracht wurden. Der Bestimmungszweck muss eindeutig kenntlich gemacht werden.

Was bedeutet die Ökodesign-Richtlinie für Servomotoren?

Servomotoren sind nicht von der Ökodesign-Richtlinie betroffen. Sie werden üblicherweise so ausgelegt, dass diese nur am Umrichter und nicht am Netz betrieben werden können.

Wie müssen betroffene Elektromotoren gekennzeichnet werden?

Mit der CE-Erklärung und dem CE-Logo wird die Einhaltung der in der EU gültigen Normen und Gesetze – also auch das Einhalten der Ökodesign-Richtlinie – bestätigt. Außerdem erfordert die Ökodesign-Richtlinie unter anderem folgende Angaben auf dem Elektromotor: 

  • Wirkungsgrad bei Volllast 
  • Effizienzklasse 
  • Produktionsjahr

Was ändert sich damit im Wesentlichen zum bisherigen Umfang der Ökodesign-Richtlinie?

Während mit der neuen Ökodesign-Richtlinie Ersatzteile vorerst ausgenommen sind, fallen mit Inkrafttreten zum 1. Juli 2021 unter dem Strich wesentliche Ausnahmen weg:

  • Elektromotoren mit Bremse fallen zukünftig in den Umfang. 
  • Auch Elektromotoren, die am Umrichter betrieben werden, sind zukünftig von der Ökodesign-Richtlinie betroffen. Das gilt nicht, wenn der Elektromotor nur am Umrichter betrieben werden kann oder er nicht im Dauerbetrieb betrieben wird. 
  • Elektromotoren, die nicht im Dauerbetrieb betrieben werden, fallen dabei zukünftig nur unter die Ausnahmen, wenn sie für die Betriebsarten S3 oder S6 mit weniger als 80% Einschaltdauer ausgelegt sind.

Außerdem sind zum ersten Mal auch Elektromotoren mit einer Nennleistung unterhalb von 0,75 kW von der Ökodesign-Richtlinie betroffen und müssen Mindestwirkungsgrade nach IE2 erfüllen.


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