Innovation für maximale Flexibilität in der Intralogistik: Wie Regalbediengeräte zukunftssicher werden

Die Intralogistik steht an einem Wendepunkt. Unternehmen müssen steigende Anforderungen an Dynamik, Energieeffizienz und Flexibilität erfüllen – und das in einer Welt, in der Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen die Komplexität erhöhen. Gerade bei Regalbediengeräten und Fördertechnik gilt: Lasten sollen präzise und schnell bewegt werden, ohne Energie zu verschwenden. Gleichzeitig wächst der Druck, Anlagen skalierbar und modular auszulegen.

Abhilfe kann hier ein ganzheitliches Konzept aus leistungsstarker Hardware, modularer Software und durchgängigen Engineering-Tools schaffen. Im Mittelpunkt stehen vorkonfigurierte Maschinenlösungen für Regalbediengeräte, ein Drive-Based-Motion-Konzept sowie der Servoumrichter i950. Das Ziel: maximale Effizienz von Regalbediengeräten bei einfacher Integration.

Modulare Softwarebausteine: FAST für Regalbediengeräte

Ein Kernhebel für effiziente Regalbediengeräte ist Software, die wiederverwendbar und praxiserprobt ist. Hier setzt Lenze mit den FAST-Maschinenlösungen an („Lenze Feasible Application Software Toolbox“). FAST stellt vorgefertigte Standardmodule bereit – etwa für Bewegungs- und Positionierprofile, Quickstop-Funktionen oder Handfahrbetrieb. Damit lassen sich häufig benötigte Motion-Funktionen strukturiert abbilden.

Für Regalbediengeräte besonders relevant sind zusätzlich spezifische Funktionen, die Effizienz erhöhen und Mechanik schonen – z. B. Anti-Pendulum, Load Balancing, Mast-Oszillationskompensation oder Profilsynchronisationen. Die FAST-Bausteine basieren auf der IEC 61131-3 und bilden – eingebettet in ein kundenspezifisches Framework – die Bewegungsfunktionen des Regalbediengeräts ab.

Controller Based Motion (CbM): Wenn maximale Flexibilität zählt

Verkürzte Projektlaufzeiten und veränderte Marktanforderungen führen dazu, dass Kunden fertige Bewegungssteuerungslösungen benötigen, die sich direkt an die kundenseitige Steuerung anbinden lassen. Lenze hat deshalb ein eigenes Framework (mit Logikfunktionen und eingebetteten FAST-Modulen) für Regalbediengeräte weiterentwickelt.

Der Ansatz Controller Based Motion (CbM) beschreibt eine übergeordnete, zentrale Motion-Steuerung. Der Vorteil: Die Lösung ist – bis auf die standardisierten FAST-Bausteine – frei nach IEC 61131-3 im Lenze PLC Designer programmierbar, erweiterbar und damit besonders flexibel für komplexe und dynamische Regalbediengeräte.

CbM eignet sich besonders, wenn:

  • Funktionsumfang und Dynamik hoch sind und individuelle Anpassungen nötig werden.
  • Erweiterbarkeit und kundenspezifische Logik im Fokus stehen.

Drive Based Motion (DbM): Kompakt, schnell in Betrieb, ohne externen Controller

In der Praxis bevorzugen viele Anwender eine weniger flexible, dafür technisch einfachere Lösung, die sich schneller in Betrieb nehmen lässt. Durch die gestiegene Rechenleistung des i950 ist eine Drive-Based-Motion-Lösung (DbM) möglich, die keinen externen Controller mehr benötigt.

DbM reduziert Bauraum und Verkabelungsaufwand, bietet aber dennoch den Funktionsumfang der CbM-Lösung. Gleichzeitig beinhaltet sie die Integration der Sicherheitstechnik der i950-Servoumrichter-Reihe.

Wichtig: DbM ist als geschlossene Technologieapplikation ausgeführt und kann vom Kunden nicht verändert werden. Dafür lässt sie sich einfach mit dem Lenze EASY Starter parametrieren – und verkürzt dadurch die Inbetriebnahme von Regalbediengeräten deutlich. Das Mapping der Steuer- und Statusdaten zur übergeordneten Steuerung bleibt frei einstellbar, was eine nahtlose Integration in bestehende Systeme unterstützt.

DbM eignet sich besonders, wenn:

  • Inbetriebnahmezeit und einfache Installation im Vordergrund stehen.
  • Modernisierungen/Steuerungs-Retrofits von Regalbediengeräten anstehen.

Energieeffizienz & Systemintegration: DC-Schiene und Rückspeisung als Hebel

Energieeffizienz bleibt zentral – aus Kostengründen ebenso wie im Kontext regulatorischer Anforderungen und Nachhaltigkeitsziele. Der zukünftig verfügbare i950 DC-Link reduziert den Energieaustausch zwischen den Achsen über die DC-Schiene den Energieverbrauch und vereinfacht das Einspeisekonzept.

Überschüssige Energie kann über die Rückspeiseeinheit ins Anlagennetz zurückgeführt werden – mit dem Ziel deutlicher Energie- und Kosteneinsparungen. Optimierte Regelalgorithmen unterstützen dabei maximale Energieeffizienz und Dynamik, insbesondere für Regalbediengeräte und komplexe Materialflusssysteme.

Fazit: Die passende Architektur für jede Regalbediengeräte-Strategie

Ob maximal flexibel oder maximal schnell: Beide Motion-Konzepte sind als zukunftssichere Technologien ausgelegt und ebnen den Weg für effiziente, flexible Lagertechnik. CbM liefert den Rahmen für komplexe, dynamische Lösungen mit hoher Individualisierung. DbM punktet dort, wo schnelle Installation und kurze Inbetriebnahmezeiten entscheidend sind – besonders auch bei Modernisierungen.

Lenze kombiniert dafür modulare Software, leistungsstarke Hardware und Systemintegration zu einer durchgängigen Lösung – damit Maschinenbauer die Effizienz und Flexibilität erhalten, die sie für digitale Transformation und nachhaltige Produktion benötigen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Controller Based Motion (CbM) und Drive Based Motion (DbM)?

Was ist der Unterschied zwischen Controller Based Motion (CbM) und Drive Based Motion (DbM)?

CbM setzt auf eine zentrale Motion-Steuerung und ist (außer den gekapselten FAST-Bausteinen) flexibel nach IEC 61131-3 programmierbar. DbM verlagert Motion-Funktionen in den Umrichter, benötigt keinen externen Controller und ist schneller zu parametrieren.

Wann lohnt sich DbM für Regalbediengeräte besonders?

Wann lohnt sich DbM für Regalbediengeräte besonders?

Wenn Inbetriebnahmezeit und einfache Installation entscheidend sind oder wenn Modernisierungen/Retrofits anstehen, kann DbM vorteilhaft sein.

Welche Rolle spielt FAST bei Regalbediengeräten?

Welche Rolle spielt FAST bei Regalbediengeräten?

FAST liefert vorgefertigte Standardmodule (z. B. Profile, Quickstop, Handbetrieb) sowie spezielle Funktionen wie Anti-Pendulum, Load Balancing oder Mast-Oszillationskompensation und bildet damit Bewegungsfunktionen strukturiert ab. Die Module sind fertig programmiert, durchgetestet, hundertfach im Einsatz im Feld, und es muss kaum was angepasst werden. FAST macht es dadurch schnell, einfach und zuverlässig.

Wie unterstützt das System Energieeffizienz?

Wie unterstützt das System Energieeffizienz?

Durch Energieaustausch über die DC-Schiene sowie Rückspeisung überschüssiger Energie über die r750 ins Anlagennetz – unterstützt durch optimierte Regelalgorithmen.

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