Cybersicherheit in der industriellen Automatisierung: Pflicht, Chance und Wettbewerbsvorteil
Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen und Anlagen eröffnet enorme Potenziale für Effizienz, Flexibilität und neue Geschäftsmodelle, doch sie bringt auch Risiken mit sich. Cyberangriffe auf industrielle Steuerungssysteme sind keine Seltenheit mehr und können zu Produktionsausfällen, Datenverlust, Imageschäden und sogar zu Gefährdungen der physischen Sicherheit führen.
Vor diesem Hintergrund rücken rechtliche Vorgaben wie der Cyber Resilience Act (CRA), die Maschinenverordnung (MVO) und die RED-DA-Richtlinie in den Fokus der Branche. Sie verpflichten Maschinenbauer und Betreiber, Cybersicherheit systematisch und nachweisbar zu adressieren – von der Entwicklung über die Inbetriebnahme bis zum laufenden Betrieb und der Außerbetriebnahme von Maschinen. Doch wie gelingt es Unternehmen, diese Anforderungen effizient umzusetzen, Schwachstellen zu beheben und gleichzeitig den Kundennutzen zu maximieren? Ein ganzheitlicher Ansatz aus Technik, Prozessen und Partnerschaften macht Maschinenbauer und Betreiber zukunftssicher.
Rechtliche Vorgaben & Normen für den Maschinenbau: Was in Sachen Cybersicherheit jetzt zählt
Unternehmen sind jetzt in der Pflicht nicht nur technische Schutzmaßnahmen zu implementieren, sondern auch organisatorische Prozesse zu etablieren, die unter anderem ein kontinuierliches Schwachstellenmanagement, die Durchführung systematischer Risikoanalysen und die Schulung der Mitarbeitenden sicherstellen. Lenze hat sich als Partner der Industrie darauf spezialisiert, seine Kunden auf diesem Weg ganzheitlich zu begleiten. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Cybersicherheit kein Selbstzweck ist, sondern echte Mehrwerte für die Kunden liefern kann. Die konsequente Umsetzung dieser gesetzlichen Anforderungen minimiert Haftungsrisiken, schützt die Reputation, sichert den Zugang zu internationalen Märkten und verschafft darüber hinaus einen Wettbewerbsvorteil.
Lenze als TÜV zertifizierter Partner
Lenze selbst ist seit 2025 vom TÜV Rheinland nach IEC 62443-4-1 zertifiziert und erfüllt damit die internationalen Anforderungen an einen sicheren Entwicklungsprozess für industrielle Antriebs- und Automatisierungsprodukte. Die Zertifizierung bestätigt, dass Cybersicherheit als integraler Bestandteil im gesamten Produktlebenszyklus – von der Konzeption bis zur Wartung – umgesetzt wird. Sie gilt als international anerkanntes Gütesiegel und verschafft Maschinenbauern mit Lenze als Partner Zugang zu Projekten mit hohen Cybersicherheitsanforderungen.
Risiken systematisch analysieren: Von der Bedrohung zur Priorisierung
Ein wesentliches Element bei der Umsetzung der Security-Anforderungen sind regelmäßige Risikoanalysen. Der Cyber Resilience Act fordert einen risikobasierten Ansatz, bei dem Unternehmen Bedrohungen und Risiken in ihren Produkten identifizieren, bewerten und anhand dessen Maßnahmen ableiten müssen. Deshalb brauchen Maschinenbauer bei der Durchführung von Risikoanalysen und der Entwicklung maßgeschneiderter Security-Konzepte unterstützung. Ziel ist es, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die vor Datenverlust, Wissensdiebstahl, Manipulationen und Maschinenstillständen schützen – und im Ernstfall hohe Kosten vermeiden.
Technische Schutzmaßnahmen sind das Fundament jeder Sicherheitsstrategie. Dazu gehören je nach Konzept zum Beispiel Zugriffskontrollen, verschlüsselte Kommunikation oder regelmäßige Updates. Lenze integriert diese Features in seine Produkte und achtet dabei auf eine hohe Benutzerfreundlichkeit und einfache Inbetriebnahme. Manipulationen werden durch Auditlogs erkannt, Know-how durch Verschlüsselung geschützt und Systemausfälle durch Zugriffskontrollen verhindert. Für die Kunden bedeutet das: Sie erhalten sichere, einfach zu bedienende Lösungen, die den Aufwand für das eigene Team reduzieren und die Verfügbarkeit der Maschinen erhöhen.
Schwachstellenmanagement & Transparenz
Security-Anforderungen enden nicht mit der Auslieferung des Produktes. Ein zentrales Element der neuen regulatorischen Landschaft ist das Schwachstellen-Management. Der CRA verpflichtet Unternehmen ab September 2026 zur Meldung aktiv ausgenutzter Sicherheitslücken an eine Meldeplattform der ENISA (Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit) und ab Dezember 2027 zu einem strukturierten Schwachstellen-Management für die Dauer des Unterstützungszeitraumes. Das bedeutet, dass Komponentenhersteller und Maschinenbauer ihre Maschinen und Komponenten kontinuierlich überwachen, bewerten und ihre Kunden über relevante Risiken informieren müssen. Lenze hat hierfür ein Product Security Incident Response Team (PSIRT) etabliert, das Sicherheitslücken proaktiv erkennt, bewertet, bei ausnutzbaren Lücken schnell reagiert und diese über verschiedene Kanäle kommuniziert.
Info Box: Wie werden Maschinenbauer über Schwachstellen in Produkten informiert?
Informationen über Schwachstellen in Lenze Produkten können Maschinenbauer auf der Website des CERT@VDE sowie im CSAF-Format abrufen. Gleichzeitig werden Gegenmaßnahmen analysiert und per Firmware Update zur Verfügung gestellt. Um dies effizient zu tun, wurden Software Bill of Materials (SBOM) erstellt, die eine detaillierte Liste aller Software-Komponenten, Bibliotheken und Abhängigkeiten im jeweiligen Produkt enthalten. So können Risiken und Schwachstellen automatisiert getrackt und gesetzliche Anforderungen effizient erfüllt werden. Für die Kunden bedeutet das: Sie profitieren von Transparenz, schneller Reaktion im Ernstfall und der Möglichkeit, ihre eigenen Compliance-Anforderungen einfach zu erfüllen.
Mitarbeiterschulungen: Kompetenz als Erfolgsfaktor
Ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist die Schulung der Mitarbeitenden. Cybersicherheit ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Organisation. Regelmäßige Schulungen zu den regulatorischen Anforderungen und dem Security-Stand der Technik sind äußerst empfehlenswert. Lenze unterstützt seine Kunden mit praxisnahen Trainings, Whitepapern und Checklisten, damit Teams auf dem aktuellen Stand bleiben.
Ein weiterer Knackpunkt: Die offene Kommunikation mit Kunden, Zulieferern und Partnern ist entscheidend, um Anforderungen abzustimmen und Security offen zu besprechen. Lenze engagiert sich in Gremien wie dem VDMA oder ZVEI und fördert offene Innovation und Partnerschaften. Zudem werden regelmäßig eigene Veranstaltungen organisiert, bei denen Maschinenbauer über die neuesten Entwicklungen hinsichtlich Cyber Security informiert werden. Interoperable, zukunftssichere Lösungen und ein starkes Netzwerk erhöhen die Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit – gerade für kleine und mittlere Unternehmen.
Fazit: Cybersicherheit ist Pflicht und Chance zugleich
Im Ergebnis zeigt sich: Cybersicherheit ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern ein zentraler Faktor in der Produktentwicklung, für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationstreiber für viele Arten von Produkten. Wer heute in die Umsetzung von Security-Anforderungen investiert, erfüllt nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern schafft die Basis für nachhaltigen Markterfolg. Lenze begleitet Maschinenbauer auf diesem Weg – mit Know-how, Produkten und einem starken Netzwerk. Die Kunden profitieren von effizienter Compliance, schneller Reaktion im Ernstfall, zukunftssicheren und skalierbaren Lösungen sowie Security Updates. So wird Cybersicherheit zum echten Kundennutzen und zur Grundlage für nachhaltigen Erfolg in der industriellen Automatisierung.
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