THINKING BEYOND –
Der Lenze-Geschäftsbericht 2019/2020

Vorwort des Vorstandes

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Lenze fokussiert auf Chancen und nicht auf Krisen. Nach dieser Maxime handeln wir seit mehr als 70 Jahren.

Eine dieser Chancen ist der tiefgreifende Wandel der globalen Fertigungsindustrie durch die Automatisierung und Digitalisierung. Kundenseitig steigt in der Folge die Nachfrage nach durchgängigen, skalierbaren Komplettlösungen entlang des gesamten Lebenszyklus einer Maschine. Als einer der wenigen Anbieter im Markt verfügt Lenze über die dafür notwendige umfassende Domainexpertise – von mechatronischen Antriebspaketen über komplette Automatisierungssysteme und Engineering-Tools bis hin zu Cloud-Services. Unsere Kunden vertrauen uns daher nicht nur als Antriebs- und Automatisierungsspezialisten, sondern schätzen uns auch als Partner für den digitalen Wandel.

Möglich macht diese breite Aufstellung die frühzeitige Integration von Softwareexpertise und Digitalisierungs-Know-how in den Firmenverbund. So verfügt Lenze bereits seit 20 Jahren dank unserer Tochter encoway über diesen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Im Verbund mit dem IoT-Know-how des IT-Beratungshauses logicline, das seit 2017 zur Unternehmensgruppe gehört, ist der Dreiklang aus Hardware, Software und Brainware – den Menschen bei Lenze – so einzigartig im Markt. In der noch jungen Geschäftseinheit Lenze.Digital bündeln wir diese geballte Kompetenz nun auch unter einem Dach und bauen unseren Wettbewerbsvorteil so weiter aus.

Nachhaltige Werte schaffen

Als innovatives Technologieunternehmen sind wir der Überzeugung, dass die Zukunft heute gestaltet wird. Auch konjunkturelle Herausforderungen infolge wirtschaftlicher und geopolitischer Einflüsse oder der Pandemie werden uns nicht davon abbringen, unseren Weg zum führenden Automatisierungsexperten weiterzugehen und unsere wirtschaftlichen Ziele mittelfristig umzusetzen.

Unsere Strategie 2020+ und unser Performance-Programm FIT2020+ stärken uns dabei den Rücken. Strategische Investitionsprojekte in unser Frontend, in Produktion und Logistik oder unsere IT-Infrastruktur verfolgen wir genauso weiter wie den Ausbau der Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Schulungen und Trainings. Schließlich wollen wir als Familienunternehmen nachhaltige, bleibende Werte schaffen und gleichzeitig eine führende Rolle bei der Digitalisierung der Industrie übernehmen. Dafür braucht es ein hochqualifiziertes Team.

Das Investitionsprogramm zur Modernisierung und Verbesserung der operativen Exzellenz unseres weltweiten Produktionsverbunds im Sinne von Industrie 4.0 ist weiterhin in vollem Gang. So planen wir an unserem Standort in Extertal für das Jubiläumsjahr 2022 die Einweihung des Mechatronic Competence Campus (MCC). Die hochmoderne Anlage ist mit rund 50 Millionen Euro gleichzeitig die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte.

Die elektronische Fertigung im niedersächsischen Groß Berkel ist ebenfalls Teil der Investitionsinitiative. Den vorläufigen Endpunkt der Modernisierung dieses Produktionsstandortes markierte die Inbetriebnahme einer neuen teilautomatisierten Fertigungslinie im Frühjahr 2020 mit einer deutlich gesteigerten Kapazität für mehr als 350.000 Frequenzumrichter der i500-Reihe pro Jahr.

Vielversprechende Wachstumspotenziale im Systemgeschäft

CoVid-19 wird nach unserer Einschätzung die Transformation unserer Branche beschleunigen. Das ist einerseits eine große Herausforderung, weil wir damit auch den Umbau unseres Unternehmens vorantreiben müssen, um künftig noch schneller auf Veränderungen reagieren zu können. Andererseits bietet der veränderte Markt auch viele Chancen für Lenze.

Insbesondere mit der konstant wachsenden Anzahl von Tools, die das digitale Engineering auf eine neue Ebene bringen, sind wir am Puls der Zeit und in vielerlei Hinsicht Vorreiter. Schon heute liefern wir mit „Intuitive Automation made by Lenze“ den Schlüssel für die drängendsten Herausforderungen im Anlagen- und Maschinenbau: hoch flexible, modulare und leistungsfähige Maschinen bei immer kürzer werdender Time To Market zu entwickeln und kostspielige Ausfallzeiten durch Konzepte wie den digitalen Zwilling oder Condition Monitoring zu minimieren oder nach Möglichkeit ganz zu vermeiden.

Mit Tools wie dem neuen Easy System Designer (ESD), ein webbasiertes Werkzeug für die komplette Planung von Maschinenlösungen, bestehend aus Automatisierungs- und Antriebskomponenten und Software, zeigt Lenze seine Stärke als Solution Provider für Industrie 4.0 und IIoT. Die wesentlichen Datenstrukturen des Easy System Designer basieren zudem auf der von der Plattform Industrie 4.0 definierten Verwaltungsschale, der Asset Administration Shell. Eine weitere Neuerung und sinnvolle Erweiterung unseres digitalen Lösungsangebotes bieten das IoT-Gateway x500 und der zugehörige Datenservice X4Remote für eine lückenlose Vernetzung bis in die Cloud für Fernwartung und automatische Zustandsüberwachung.

Um vorhandene Potenziale im Bereich der Digitalisierung der Industrie und damit verbunden der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle künftig noch besser auszuschöpfen, gehen wir in Bremen nun den nächsten Schritt. Ab Herbst 2020 entsteht an unserem Digital-Standort mit dem Digital Hub Industry ein neues Innovationszentrum, in dem Lenze.Digital und encoway im Verbund mit der lokalen Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft Geschäftsmodelle für die Digitalisierung und Automatisierung vorantreiben werden. Die Einweihung des neuen Digitalisierungszentrums ist für das Jahr 2022 geplant.

Wirtschaftliche Bilanz überschattet von CoVid-19

Die Fortschritte beim Ausbau unseres System- und Digitalgeschäfts im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden von einem zunehmend schwierigen Wirtschaftsumfeld überschattet, sodass Lenze im Berichtszeitraum nicht an die Rekordergebnisse der Vorjahre anknüpfen konnte. Neben der bereits seit dem vorherigen Geschäftsjahr spürbaren wirtschaftlichen Abkühlung und den steigenden Material-, Fertigungs- und Personalkosten bei gleichbleibend hohem Investitionsvolumen hat auch die Ausbreitung des Coronavirus im vierten Quartal 2019/2020 unser Geschäftsergebnis beeinflusst.

So lag der Umsatz mit 724 Millionen Euro unterhalb der Rekordwerte der vergangenen Jahre. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 43,3 Millionen Euro. Auf konstant hohem Niveau bleibt unsere Eigenkapitalquote mit über 60%. Auch in turbulenten Zeiten geben wir so Orientierung nach vorne und bleiben jederzeit unternehmerisch handlungsfähig.

Dank an unsere Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die CoVid-19-Pandemie stellt eine große Belastung für die gesamte Gesellschaft dar und wird uns bis auf Weiteres begleiten. Wann die Konjunktur wieder auf das Niveau von vor dem Lockdown zurückkehren wird, bleibt ungewiss. Für das laufende Geschäftsjahr 2020/2021 ist eine verlässliche Prognose daher nicht möglich.

Was wir bei aller Unwägbarkeit mit Sicherheit sagen können: Wir werden unseren Kunden, Partnern und allen Lenzianerinnen und Lenzianern weiterhin verlässlich zur Seite stehen und diese Herausforderung mit vereinten Kräften meistern.

Wir sind überzeugt, dass wir trotz aller Widrigkeiten dank unserer strategischen Ausrichtung auf die Zukunftsfelder Automatisierung und Digitalisierung sowie unserer ‚One-Lenze-Kultur‘ gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden. Das ist vor allem das Verdienst unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit. Sie haben die Grundlage für den Erfolg der vergangenen Jahre gelegt und gleichzeitig die Basis für die Zukunft geschaffen. Dafür danke ich Ihnen allen im Namen des gesamten Vorstands.

Aerzen, im September 2020

Christian Wendler (Vorstandsvorsitzender), Dr. Achim Degner, Frank Maier

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